Das Speller Heimathaus

Ein lang gehegter Wunsch des Heimatvereins erfüllte sich, als im Sommer 1978 der Bauer Wöhle aussiedelte. Die Gemeinde Spelle erklärte sich bereit, die 1842 erbaute Scheune auf dem Wöhle Hof dem Heimatverein als Heimathaus zur Verfügung zu stellen.

Heimathaus früher
Heimathaus früher
Heimathaus heute
Heimathaus heute

In insgesamt drei Bauabschnitten begannen noch im Jahre 1979 unter der Leitung des Ingenieurs Richard Samson und einigen Vorstandsmitgliedern die Arbeiten. Im ersten Baubschnitt ging es um die Renovierung des Daches und des Mauerwerkes.1980 begann man mit dem Innenausbau von Keller und Erdgeschoß.

Im Juni 1978 trafen sich der Vorstand des Heimatvereins unter Vorsitz von Richard Samson und Vertretern der Gemeinde Spelle mit Gemeindedirektor Albers, um die Modalitäten zu bestimmen. Am 5. November 1979 kam es zur Vertragsunterzeichnung. Als Mietzins wurde die Übergabe von einem Scheffel Roggen und einer schlachtreifen Gans vereinbart, alljährlich am Martinstag zu zahlen.

die Upkamer
Upkamer im Heimathaus
Gansübergabe
Gansübergabe an die Gemeinde

Im dritten Bauabschnitt konnten in den Jahren 1981 und 1982 Kamine, Toiletten und die Küche fertiggestellt werden. Im Dachboden fand das Archiv seinen Platz. Dank vieler fleißiger ehrenamtlicher Helfer und großzügiger Spenden von Heimatfreunden, von ortsansässigen Firmen und Banken konnte am 19. August 1982 das Heimathaus feierlich eingeweiht werden.

Seitdem wird das Heimathaus für viele Veranstaltungen des Heimatvereines genutzt und immer weiter ergänzt und verschönert. Im größeren Raum fällt der Blick auf den alten Kamin mit Sandsteinplatten und alten Fliesen. Ein Ausstellungsschrank und eine Truhe zeigen altes Leinen und Aussteuerstücke aus der »guten alten Zeit«. Auf der Upkamer befinden sich Geräte zur Flachsverarbeitung und ein alter Webstuhl, der ab und zu noch genutzt wird. Alte Spinnräder und die Tracht, wie sie Speller Frauen um die Jahrhundertwende getragen haben, komplettieren die Ausstellung.

Bilder, Dokumente und Urkunden an den Wänden weisen auf das Leben unserer Vorfahren hin. Ein zweiter kleinerer Raum, ebenfalls mit Kamin und Hinweistafeln, dient dem Heimatverein u.a. als Sitzungszimmer. Eine große Küche im ehemaligen Kartoffelkeller ermöglicht dem aktiven Vereinsleben, dass auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt.

Im Dachgeschoß wird zur Zeit ein Heimatarchiv sowie eine Bücherstube eingerichtet. Hier finden auch die Speller Schriften und die Sammlungen unseres leider verstorbenen Rektors und Vereinsgründers Herrn Helmut Boyer ihren endgültigen Platz. Das Archiv wird per EDV geführt und soll später über das Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.